Corona und derzeitige Betreuung bei Rainman’s Home

Es sind bewegte und für viele Menschen schwierige Zeiten, die durch den Coronavirus ausgelöst wurden. Unser aller Alltag ist auf den Kopf gestellt, vieles hat sich verändert oder ändert sich täglich. Gerade darum wollen wir Sie immer aktuell über unsere Maßnahmen zur Unterstützung der Menschen mit Autismus in unseren Tagesstätten infomieren und werden hier in chronologischer Abfolge, immer mit der aktuellsten Meldung zuerst, über unsere Maßnahmen und Betreuungsangebote in dieser außergewöhnlichen Situation berichten.
Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund.

Mitteilung vom 9. Dezember 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger

Die Situation Anfang Dezember
Wie allgemein bekannt, hat sich die Situation im Zusammenhang mit Covid-19 dramatisch entwickelt. Immer spürbarer werden die Auswirkungen. Mit großen Mühen und Anstrengungen haben wir bis jetzt das Virus vor unseren Türen halten können. Dafür ist das verantwortungsvolle Handeln aller Voraussetzung. Das verlangt nicht nur von den Menschen bei Rainman’s Home einen sorgsamen Umgang, sondern von allen anderen auch, die Klient*innen von Rainman’s Home begleiten und umgeben: Eltern, Kolleg*innen in den Wohneinrichtungen und alle im Mobilitätskonzept. Wir danken dafür!

Wir haben für die Fahrer und Begleiter*innen in den Bussen Infoblätter in leichter Sprache entwickelt und diese übermittelt. Wir sind in ständigem Austausch mit der Firma Blaguss. Die Mitarbeit der Eltern und der Kolleg*innen ist allerdings auch hier wichtig. Alle müssen sich an die Anforderungen der Zeit und an die Regeln des Mobilitätskonzeptes halten.

Wir erhalten nur Anwesenheitstage bezahlt, das gilt auch für das Mobilitätskonzept. Für jeden Tag erhalten wir pro Klient*in den gleichen Fixbetrag. Damit haben wir alle Leistungen zu bezahlen, die im Mobilitätskonzept vorgesehen sind: Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel (mit und ohne Begleitung), Bustransport, Transport mit dem Auto der Eltern, Fahrtentraining. Es ist unsere Aufgabe zu entscheiden, welches Angebot dem Ziel am ehesten entspricht, größtmögliche Autonomie und Sicherheit zu gewährleisten. Eine eigene Bewilligung für den Bustransport ist seit Oktober nicht mehr nötig. Sie ist in der generellen Bewilligung des Mobilitätskonzeptes enthalten. Das bedeutet, dass ein Wechsel zwar möglich ist, aber nicht in kurzen Abständen und nicht nach Laune, sondern immer langfristig und nach Vereinbarung mit der Pädagogischen Leitung.

Derzeit haben wir eine Anwesenheit von etwa 50 Prozent, also auch nur die Hälfte der kalkulierten Eingänge. Wir müssen wieder versuchen, vor allem die Möglichkeit des NPO-Fonds zu nutzen, der uns schon bei der ersten Welle geholfen hat. Hoffentlich klappt das wieder so gut.

Obwohl der Basar abgesagt wurde, werden in unseren Tagesstätten Produkte erzeugt. In den Auslagen präsentieren wir diese auch. Der Künstlerkatalog, der auf der Homepage gezeigt wird, hat Nachfragen ausgelöst. Wir sind bestrebt, Lösungen zu finden, wie wir dem gerecht werden können. Vor allem Support im IT-Bereich könnten wir jetzt gut gebrauchen und seien es nur „zweckdienliche Hinweise“.

Sorgen machen uns manche Entwicklungen in den Wohneinrichtungen. Hier setzen wir auf die Professionalität der Beteiligten und deren Verantwortungsgefühl.

Wir informieren laufend, nicht nur auf diesem Weg, sondern zusätzlich auch durch Elternbriefe aus den Gruppen und durch Newsletter (Anmeldung zum Bezug auf der Homepage).

Bei Rainman’s Home nützen wir regelmäßig die Möglichkeit des Staff-Testings. Unsere Mitarbeiter*innen können sich in diesem Rahmen testen lassen und tragen während der Betreuung Masken. Wir setzen sehr auf die Vorbildwirkung.


Mitteilung vom 16. November 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger

Auch in Zeiten des 2. Lockdowns werden wir alles tun, um die Tagesstätten offen zu halten. Die Sicherheitsmaßnahmen werden weiter ausgedehnt. Abhängig von der Zahl der anwesenden KlientInnen müssen wir die Angebote adaptieren. Da wir vom FSW nur für tatsächliche Anwesenheitstage Zahlungen erhalten, müssen wir die Personalsituation an die jeweiligen aktuellen Bedingungen anpassen.

Alle KlientInnen, die die Tagesstruktur besuchen möchten, können dies tun, es besteht aber keine Verpflichtung dazu. Die Fehltageregelung bleibt weiterhin ausgesetzt. Individuelle Lösungen bzgl. Anfahrt und Transport zu den Tagesstätten sind nach den Neuerungen im Mobilitätskonzept vereinbar.

Unser Ziel: Offen halten – Chancen geben!


Mitteilung vom 27. Oktober 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger

Weichenstellungen im Oktober
Obwohl man genau genommen zu keiner Zeit sagen kann, wohin der zukünftige Weg führt, empfinden doch viele von uns die momentane Lage besonders fordernd. Wenn wir bedenken, welch bedrückende Katastrophen unsere Vorfahren zu überstehen hatten, erscheinen die Belastungen in Zeiten der Pandemie erträglicher. Wie sehr jede und jeder Einzelne direkt betroffen ist, hängt natürlich sehr von der individuellen Lage, den wirtschaftlichen und gesundheitlichen Aspekten ab. Was für viele eine große Belastung darstellt, die Einschränkung der sozialen Kontakte, ist für autistische Menschen nicht so wichtig. Ihrem Wesen entsprechen der soziale Rückzug und vielfach die bewusste Reduktion der persönlichen Kontakte. Daher ist es für sie so wichtig, dass Tagesstätten wie jene von Rainman’s Home weiterhin offenhalten und so ein Mindestmaß an Normalität im gesellschaftlichen Leben geboten werden kann. Für die Eltern autistischer Kinder und für die MitarbeiterInnen jener Organisationen, in denen KlientInnen von Rainman’s Home wohnen, stellt unser Angebot eine wesentliche Entlastung dar. Dafür bildet das wirtschaftliche Überleben des Vereins die Voraussetzung. Vor allem durch die Unterstützung durch den NPO-Fonds (Non Profit Organisation) und die Inanspruchnahme der Kurzarbeit im Zeitraum März bis Juni ist das gelungen. Danke für diese Möglichkeiten! Hoffnungslosigkeit wäre ein schlechter Begleiter in kritischen Phasen, Behutsamkeit und Vorsicht sind aber wesentlich. Gerade jetzt setzen wir Schritte, die uns näher zu lange angestrebten Zielen führen. Seit Oktober gibt es die „Dislozierte Tagesstätte LeGü“ am Lerchenfelder Gürtel als Erweiterung der Tagesstätte Teschnergasse. So gelingt es uns, Platz zu schaffen und das Abstandhalten zu ermöglichen. Auf längere Sicht wird es auch möglich sein, weitere Menschen betreuen zu können. Die Erweiterung um zusätzliche Kontingente wurde vom FSW erst kürzlich genehmigt. In Zusammenarbeit mit dem FSW und den ExpertInnen der Wohnplattform wird es im nächsten Jahr die neue dritte Tagesstätte in der Wehlistraße geben. Um dieses Vorhaben finanzieren zu können, müssen auch wir eine gewaltige Eigenleistung erbringen.

Jetzt aber gilt es, gut über die Runden zu kommen und nötige Umstrukturierungen, die nicht allein durch die neuen Räume bedingt sind, entschieden zu meistern. Innerhalb der Tagesstätten schärfen wir alle Vorsichtsmaßnahmen noch einmal. Der vermehrte Einsatz von Desinfektionsmitteln und zusätzlicher Hygienemaßnahmen hat den Aufwand gewaltig gesteigert. Bisher konnten wir das mit den zugewiesenen Mitteln des Krisenstabes der MA70 gut bewältigen. Jetzt erkennen wir aber, dass der prognostizierte Verbrauch überschritten wird. Daher werden wir zusätzlich Anschaffungen zu tätigen haben. Vor allem das Tragen der Maske muss, so gut es geht, von allen in den Tagesstätten sehr ernst genommen werden. Von den MitarbeiterInnen verlangen wir diesbezüglich eine Vorbildfunktion. Nach wie vor wird die Körpertemperatur beim Betreten der Räume gemessen und dokumentiert, bewährte Hygienemaßnahmen werden im vollen Umfang beibehalten. Bis es wieder „Normalbetrieb“ geben kann, ist es Betriebsfremden untersagt, die Tagesstätte zu betreten. Beliebte Angebote, wie die Benützung des Turnsaals in der Anastasius-Grün-Gasse und musikpädagogischen Einheiten müssen derzeit ebenso entfallen, wie die Malworkshops. Dass genau in dieser Zeit interessante zusätzliche Möglichkeiten an uns und die Betreuten herangetragen werden, erschwert die Lage. So finden derzeit die Wahlen zum FSW-KundiInnen-Rat statt. Wer sich für die Teilnahme durch Wahlkarte entschied, hat den sicheren Weg gewählt, wer persönlich daran teilnehmen will, wird nicht gehindert. Dennoch sehen wir die Erweiterung der Kontakte mit Besorgnis. Auch gäbe es das Angebot in eigenen Workshops, die von „equalizent“ über die Agentur-Sonnenklar in den Räumen der Tagesstätten abgehalten werden, über „Strukturelle Gewalt“ sich auszutauschen. Das allein stellt schon in normalen Zeiten eine zusätzliche Belastung dar und muss, soll nur irgendein nachhaltiges Ziel erreicht werden, mit großem Fingerspritzengefühl vorbereitet werden. Wir haben in beiderseitigem Einverständnis entschieden, weiterhin entsprechende Vorbereitungen zu treffen und ruhigere Zeiten abzuwarten.

Wegen der Furcht vor einer Clusterbildung in den Räumen von Rainman’s Home wurde heuer auf die Einberufung einer Generalversammlung verzichtet. Unser Antrag auf Verlängerung der Funktionsperiode des Vorstands bis Dezember 2021 wurde bewilligt. Die Vorstandsitzungen werden reduziert erfolgen derzeit nicht über Präsenzveranstaltungen.

Für Freitag, den 9. April 2021, ist das nächste Autismusforum geplant. Interessante ReferentInnen konnten schon gewonnen werden, es soll diesmal ein „Österreichschwerpunkt“ abgebildet werden und ExpertInnen aus dem Raum um Wien wurden eingeladen. Dennoch gelang es uns, den internationalen Charakter zu wahren. Am Beginn des nächsten Jahres werden wir klarer sehen, ob wir das Forum abhalten dürfen und unter welchen Bedingungen.

Der Verzicht auf den heurigen Weihnachtsbasar schmerzt noch immer, vielleicht gelingt uns in Zusammenarbeit mit dem Café Augenblick aber zumindest die Organisation eines Punschstandes, wo wir dann – ganz der Tradition verbunden – auch Most anbieten würden.

Ihnen und auch uns selbst wünschen wir beste Gesundheit und alles Gute.


Mitteilung vom 6. Oktober 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger

Die Lage im Oktober
Im Oktober beginnt die Übersiedlung der sogenannten „Jugendgruppe“ von der Teschnergasse an den Lerchenfelder Gürtel. Diese Erweiterung des Raumangebotes im Rahmen der „Dislozierten Tagesstätte Teschnergasse“ ermöglicht es auch, die Covid-Auflagen in Bezug auf den nötigen Abstand zu erfüllen und die Zeit bis zur neuen dritten Tagesstätte zu überbrücken. Somit wird die „Jugendgruppe“ etwa 190 m² nutzen können und die Stammgruppe in der Teschnergasse kann die frei werdenden Räume im ersten Stock wieder belegen.

Mehr Raum für die KlientInnen und zwischen diesen verlangt auch einen höheren Personaleinsatz. Wir erweitern ab Oktober um zwei Mitarbeiter. Willkommen im Team!

Gemeinsam hoffen wir, die besonderen Anforderungen in diesem Herbst zu meistern.
Bis jetzt sind wir recht gut mit Covid-19 und allen Begleiterscheinungen über die Runden gekommen. Die Summe aller Anforderungen und Belastungen erreicht allerdings jetzt ein fast unerfüllbares Maß: Covid-Maßnahmen, laufende Aktualisierungen, eine Zoom-Konferenz nach der anderen, Ansuchen um Förderprojekte, Tarifkalkulationen in Zeiten, wo das Kalkulieren schier unmöglich ist, Adaptierung des Mobilitätskonzeptes, …

Dankbar sind wir da für die Hilfen, die wir erhalten. Im Rahmen der Staff-Testung bietet die Gemeinde Wien allen MitarbeiterInnen die freiwillige Möglichkeit zur Testung. Bis jetzt gab es nur negative Befunde und die wurden sehr rasch zugestellt. Über den Einsatzstab der MA70 werden wir mit jenen Schutzmaterialien versorgt, die wir für den Betrieb der Tagesstätten dringend benötigen. Laufend werden der Lagerstand und der Bedarf für zwei Wochen gemeldet, aktualisiert und evaluiert.

Derzeit herrscht in allen Tagesstätten noch kein Regelbetrieb, die Fehltageregelung bleibt weiterhin ausgesetzt. Dennoch steigt die Auslastung.

Wir danken jenen Eltern ganz herzlich, die auf die Rückzahlung des Essensgeldes verzichteten und den Betrag spendeten! Herzlich bedanken wir uns auch bei jenen, die bei der Übersiedlung kräftig mithalfen.

Schauen wir, was auf uns zukommt!


Mitteilung vom 31. Juli 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger

In der Tagesstätte Teschnergasse herrscht dem Charakter nach „Normalbetrieb“, das heißt, alle, die das möchten, können die Tagesstätte besuchen. Dennoch ist dort die Auslastung mit 65 Prozent deutlich geringer als in der Semperstraße. Acht Klient*innen nutzen aus Vorsicht das Angebot der Tagesstruktur nicht und bleiben bei den Eltern. Diese Minderauslastung stellt uns zunehmend vor finanzielle Probleme, da die Personalkosten hoch bleiben. Die Kurzarbeit wurde beendet, da die intensive Betreuung unter Beachtung der Abstandregelung aufwändig ist. In der Semperstraße fehlen die angemeldeten Klient*innen Ende Juli vor allem wegen angetretener Urlaube. Dort liegt die Auslastung knapp unter 80 Prozent.

Die Vorsicht in den Tagesstätten bleibt generell hoch. Groß ist die Furcht, dass sich in den Tagesstrukturen das Virus verbreiten könnte. Zeigen sich bei einer Klientin oder einem Klienten Symptome, sind wir verpflichtet, sofort unter 1450 Kontakt aufzunehmen und Meldung zu machen. Die betroffene Person muss dann unverzüglich isoliert und nach Hause geschickt werden. Das gilt für Klient*innen und für Betreuer*innen. Erst nach einem vorliegenden negativen Befund ist der Besuch der Tagesstätte wieder erlaubt. Allgemein herrscht angespannte Nervosität, wie sich eine „normale“ Grippewelle im Herbst auswirken wird.

Derzeit ist es sehr unklar, wie und wann entgangene Einnahmen über eine Projektförderung ersetzt werden können.


Mitteilung vom 4. Juli 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger

Steigende Auslastung Ein turbulentes Schuljahr ging dieser Tage zu Ende. Kein Ende dürfen jedoch unsere Anstrengungen nehmen, das Virus nicht durch die Türen der Tagesstätten zu lassen Inzwischen halten wir bei einem Besuch von über 80%. In der Teschnergasse haben wir seit dieser Woche Normalbetrieb, das heißt, wer möchte, kann kommen, niemand muss das aber tun. Die Selbstverantwortung und die eigene Beurteilung und Einschätzung werden betont und akzeptiert. Nach wie vor bleibt von Seiten des FSW die Fehltageregelung ausgesetzt. Derzeit ist nicht abzusehen, ab wann diese Maßnahme wieder aufgehoben wird. Das bedeutet für uns eine große finanzielle Herausforderung, denn momentan werden nur tatsächliche Anwesenheitstage bezahlt. Einen Antrag auf Projektförderung haben wir bis jetzt noch nicht gestellt, planen das aber für die Zeit bis Ende Juni zu tun. Der Verwaltungsaufwand ist allerdings nach vorliegendem Handbuch gewaltig.

In der Tagesstätte Semperstraße können wir nicht alle betreuen, weil es uns sonst nicht gelingt, die Abstandsregeln einzuhalten. In einigen Fällen verlangt die Beachtung dieser Maßnahme Einzelbetreuung besonderer KlientInnen. Aus hoffentlich verständlichen Gründen können wir daher derzeit nicht alle betreuen, für die so ein Setting nötig wäre. Die Kurzarbeit ist beendet, allerdings bestehen wegen der Coronamaßnahmen weiterhin besondere Gruppeneinteilungen.

Das Betreten der Tagesstätten ist nach wie vor nur den KlientInnen und MitarbeiterInnen erlaubt. Die Eintrittsrituale werden sehr konsequent fortgeführt. In der Tagesstätte Teschnergasse zeigt sich zur Sommerzeit, wie wertvoll es ist, auch den Innenhof nützen zu können: Ruhe, Entspannung und frische Luft! Dabei kann auf genügend Abstand geachtet werden und auch einige Aktivitäten werden ins Freie verlagert. Wir hoffen sehr, dass alle gesund über den Sommer kommen. Wir bemühen uns, nicht locker zu lassen und nehmen die Bedrohung durch das Virus sehr ernst.


Mitteilung vom 18. Juni 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger

Wir koordinieren unsere Schritte mit den zuständigen Stellen des FSW. Jetzt wird aber immer klarer, dass trotzt aller Bemühungen der Übergang zu einem Normalbetrieb noch nicht erfolgen kann.

Der von vielen geäußerte Wunsch nach einem klaren und verbindlichen Zeitplan ist verständlich, aber aktuell leider nicht zu erfüllen. Von Seiten des FSW werden die Erfahrungen und Auswirkungen der schrittweisen Wiederaufnahme bzw. des Hochfahrens ständig analysiert und evaluiert und dann jeweils die nächsten Schritte festgelegt. Wir haben die Kurzarbeit mit 16. Juni beendet, dennoch sind wir aber noch nicht beim Normalbetrieb angelangt. Jede Möglichkeit, einen Menschen auch zuhause zu betreuen, darf weiterhin genutzt werden. Bitte scheuen Sie sich nicht, dies auch zu tun, wenn Ihnen das wichtig ist. Die Fehltageregelung ist noch immer ausgesetzt. Wir werden Sie informieren, sobald der „Normalbetrieb“ wieder ausgerufen wird und wir wieder wie sonst arbeiten können. Inzwischen haben wir allerdings schon eine Auslastung von etwa 80% erreicht!

Wir halten die Abstandsregeln so gut wie möglich ein und nützen die zur Verfügung stehenden Räume. Außer MitarbeiterInnen und KlientInnen betritt niemand die Tagesstätten. Wir müssen aber zusehends mehr Personal einsetzen, als ursprünglich geplant. Zumindest haben wir eine erste Zahlung aus dem „Kurzarbeit-Fonds“ erhalten. Natürlich sind die Zeiten auch für uns als Verein besonders fordernd, nicht zuletzt in finanzieller Hinsicht. Besonders zu beachten sind die Belastungen für alle MitarbeiterInnen in unterschiedlichster Weise.

Täglich wird schon beim Betreten der Tagesstätte die Temperatur festgestellt und diese dann auch dokumentiert. Danach folgen sofort das Händewaschen und die Desinfektion. Soweit wie möglich trugen auch die KlientInnen einen Mund-Nasenschutz. Die jetzt erfolgten Erleichterungen haben uns sehr geholfen, erträglichere Zustände zu erreichen. Bei manchen KlientInnen fehlt die Einsicht, dauernd den Mindestabstand von 1 Meter einzuhalten, daher ist intensivere Betreuung nötig. Häufiges Waschen, Desinfizieren und Lüften sollen unser Ziel unterstützen, das Virus fernzuhalten.

Bitte stornieren Sie geplante Fahrten beim Fahrtendienst wie gehabt, aber nehmen Sie keine Abänderungen geplanter Fahrten eigenmächtig vor. Es ist nötig, alle Schritte zu koordinieren!

Mit lieben Grüßen und der Bitte um Verständnis
Dr. Anton Diestelberger    Dr. Therese Zöttl


Mitteilung vom 25. Mai 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger

Die Tagesstätten laufen noch immer unter dem Aspekt „Notbetrieb“. Wie bekannt, haben wir aber stets die Tagesstruktur offen gehalten. Laufend müssen wir Adaptierungen vornehmen. Die offiziellen Weisungen und Mitteilungen sind zu beachten und die Einhaltung der Schutzbedingungen ist ganz wesentlich. Sie können sich vorstellen, vor welchen Herausforderungen alle im Behindertenbereich stehen! Von Normalbetrieb kann erst dann gesprochen werden, wenn auch von offizieller Seite dies so bezeichnet wird und entsprechende Bedingungen wieder gelten. Aus diesen Gründen können wir derzeit auch keinen neuen Termin für die Generalversammlung bekannt geben. Wir sehen uns nicht in der Lage bis zum Herbst irgendeine Veranstaltung gesetzeskonform durchzuführen. So musste auch die Buchung für die Projektwoche der Gruppe aus der Semperstraße in Tirol storniert werden. Leider kann es daher auch die Hofvernissage, die für den 4. Juni geplant war, nicht geben und auch den beliebten Ausflug zum Neusiedlersee müssen wir absagen. Derzeit sind Fahrten auf Ausflugsschiffen nicht erlaubt und vor allem aus finanzieller Sicht können wir momentan solche Ausgaben nicht tätigen.

Momentan müssen wir die Gehälter und auch die Abgaben bezahlen, erhalten jedoch vom FSW lediglich die tatsächlichen Anwesenheitstage ersetzt. Kurzarbeit ist angemeldet; seit kurzem wissen wir, dass das Ansuchen angenommen wurde. Die genauen Abrechnungsmodalitäten stehen allerdings noch nicht fest. Beim FSW werden wir im Nachhinein um eine Förderung ansuchen können. Aber die Zahlungen in der nächsten Zeit müssen wir aus eigener Kraft schaffen. Das ist nicht ohne!

Das Ansuchen um Errichtung des dritten Standortes im 2. Bezirk ist seit Dezember unbeantwortet. Es gibt zwar informelle Kontakte, aber keine konkreten Aussagen. Umso erfreulicher ist es, dass eines unserer großen Ziele der letzten Jahre umsetzbar erscheint: Zusätzlicher „Raum im Grünen“ für das Angebot unserer Tagesstruktur in der Umgebung von Wien. Ein diesbezügliches Konzept („Mobile Tagesstruktur“) ist entwickelt und eine Kooperation eingeleitet worden. Die Umsetzung erfolgt ohne unmittelbare FSW-Beteiligung. Es wird keine autonome neue Tagesstätte geben, aber eine Erweiterung der bestehenden Möglichkeiten.

Das ist doch schon sehr viel und lässt uns auch in diesen „dunklenTagen“ hoffnungsvoll in die Zukunft blicken.

Mit lieben Grüßen
Dr. Anton Diestelberger  und  Dr. Therese Zöttl


Mitteilung vom 13. Mai 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger

Schritt für Schritt wird der Betrieb der Tagesstätten wieder hochgefahren.
Das ist eine sehr sensible Situation und verlangt konzentriertes Arbeiten. Wir alle dürfen jetzt nicht nachlassen, alles zu tun, um das „Corona-Virus“ von den Tagesstätten fernzuhalten. Daher unbedingt auf die genaue Einhaltung der Schutzmaßnahmen auch in den „eigenen vier Wänden“ achten!

Bitte nehmen Sie diese Hinweise ernst und unterstützen Sie dadurch die gemeinsamen Anstrengungen zum Schutz aller!
Auch im eigenen Haushalt vor dem Verlassen der Wohnung und sofort nach der Rückkehr aus der Tagesstätte auf das gründliche Waschen der Hände achten!

  • Wiederholtes Desinfizieren der Türschnallen
  • Nach dem Waschen der Hände Desinfektion vornehmen, wenn das bei Ihnen möglich ist
  • Regelmäßige Fiebermessung
  • Keinesfalls darf eine Klientin/ein Klient mit Fieber, Anzeichen einer Verkühlung oder anderer Erkrankung oder mit Symptomen wie trockener Husten und auffällige Atemnot in die Tagestätte gebracht werden.

KlientInnen, die trotz oben genannter Auffälligkeiten zu Rainman’s Home kommen oder geschickt werden, werden nicht eingelassen und sofort zurückgeschickt oder müssen abgeholt werden.

Sollte es bei Ihnen oder in Ihrem Umfeld einen Verdachtsfall geben, verständigen Sie uns bitte; wir haben uns dann alle an die vorgegebenen Richtlinien zu halten.

Wir bitten Sie um Verständnis, auch wenn diese Maßnahmen rigoros erscheinen; die Lage ist jetzt besonders kritisch und wir wollen alles tun, um die Betreuung für möglichst viele bieten zu können und Rainman’s Home am „Leben zu erhalten“.

Mit lieben Grüßen
Dr. Anton Diestelberger    Dr. Therese Zöttl


Mitteilung vom 7. Mai 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger

Die Situation bei Rainman’s Home in der 19. Kalenderwoche und ein Ausblick
Ein „Normalbetrieb“ in den Tagesstätten ist natürlich aus den bekannten Gründen nicht möglich und wird auch für geraume Zeit nicht möglich sein. Es werden also nach unserer Einschätzung noch sehr lange nicht jene Bedingungen herrschen, wie sie vor dem 15. März waren. Die speziellen Aspekte:

  • Kurzarbeit ist angemeldet, wird exakt durchgeführt und verlangt einen hohen Verwaltungsaufwand und zusätzliche Dokumentation
  • Hygienevorschriften
  • Abstand halten
  • Masken
  • intensive Reinigung und Desinfektion
  • finanzielle Situation

Rainman’s Home hat vom ersten Tag der Corona-Krise Betreuung ermöglicht, allen, die dies wollten, auch angeboten und die Tagesstruktur, wenn auch eingeschränkt, stets offengehalten. Wie schon am Beginn der Krise vorausgesehen und von uns auch kundgetan, nimmt die Zahl derer, die zurück in die Tagesstruktur möchten, nun laufend zu. Ein ständiger Austausch wird gepflegt und ermöglicht. Zusätzlich informieren wir laufend auf der Homepage des Vereins (www.rainman.at). Die Angehörigen und die Mitarbeiterinnen jener Trägerorganisationen, in denen Klientinnen wohnen, agieren unterschiedlich. Einerseits erfahren wir hohe Wertschätzung von Eltern, andererseits verhalten sich andere sehr fordernd.

Das gesamte Team arbeitet noch engagierter und intensiver als in der Zeit des sogenannten „Normalbetriebs“. Die Leitungen beider Tagesstätten stehen im Dauereinsatz und koordinieren, planen und informieren umfassend. Gemeinsam mit der Geschäftsführung werden die jeweiligen Schritte entwickelt und abgesprochen.

Hygiene
Die Mitarbeiterinnen und auch die Klientinnen werden zusätzlich zur dauernden öffentlichen Information speziell unterwiesen und informiert. Ein „Begrüßungszerimoniell“ der Klientinnen mit Temperaturmessung und Desinfektion wurde eingeführt. Seifen, Hand- und Flächendesinfektionsmittel sind ausreichend verfügbar. Infoblätter sind angebracht. Vermehrtes Händewaschen wird beachtet. Berührungen müssen vermieden werden!

Abstand halten und Belegung
In der Teschnergasse werden in der 19. Woche 7 Klientinnen betreut, ab der 20. Woche werden es 8 sein. Ab dann sind in dieser Tagesstätte zwei Betreuerinnen anwesend.

In der Semperstraße stieg die Zahl der Klientinnen in der 19. Woche auf 16 an. Aus diesem Grund wurde sowohl in räumlicher als auch in personeller Hinsicht eine Teilung in zwei autonome Gruppen vorgenommen: 9 Klientinnen mit zwei Betreuerinnen arbeiten im EG, 7 Klientinnen mit ebenfalls zwei Betreuerinnen im OG. Beide besitzen separate Eingänge und die innen liegende Stiege wurde gesperrt. Somit wird eine Reduzierung möglicher Kontakte erreicht. Die stabile Personaleinteilung und Zuordnung zu den definierten Gruppen bringt ebenfalls eine Reduzierung der Kontakte innerhalb des Teams und wirkt als Sicherheitsmaßnahme im Anlassfall. Ab der 20. Woche wird zumindest am Vormittag eine fünfte Kraft in der Betreuung eingesetzt. Die Maßnahmen der Kurzarbeit werden flexibel gestaltet. Mitarbeiterinnen stehen bereit, von 30 Prozent auf Vollzeitbeschäftigung zu wechseln. Auf die Bedürfnisse der Mitarbeiterinnen, die einer Risikogruppe zuzurechnen sind, wird besonders geachtet.

Masken
RH produziert in der Textilwerkstatt eigene MNS-Masken und bietet diese auch gegen Spenden an. In den Tagesstätten tragen die Mitarbeiterinnen Masken, wobei es ihnen freisteht, die im Haus hergestellten oder welche aus dem Warenlager zu verwenden. Die meisten Klientinnen tragen ebenfalls Masken, aber nicht alle. Für Menschen im Autismusspektrum sind die Anforderungen der Zeit und die vielen Änderungen bekannter Strukturen eine ganz besondere Herausforderung. Mehr als ursprünglich erwartet, schaffen es aber, eine Maske zu tragen.

Reinigung und Desinfektion
Trotz der angemeldeten Kurzarbeit kann bei Bedarf der Personalstand hochgefahren werden. Die Reinigungskraft war auf 10% der Arbeitszeit eingestuft, ab nun wird ihre Arbeitszeit nach Ausweitung der genutzten Flächen erhöht. Eine umfassende Flächendesinfektion wird vorgenommen.

Ausblick
In der Teschnergasse wird bei steigendem Bedarf die „Jugendgruppe“ im 1. Stock wieder geöffnet und die Räume in Top 2 können ebenfalls für die Betreuung genutzt werden. Diese Maßnahmen ermöglichen das Abstand halten.

In der Semperstraße bleiben als Raumressourcen im OG der Werkraum und der UK-Raum, auch der „Bewegungsraum“ im Keller stellt eine Möglichkeit für eine Erweiterung der Räume dar. Der Snoezelenraum muss leider aus hygienischen Gründen gesperrt werden. Der Innenhof in der Teschnergasse ist bestens geeignet, in der Semperstraße ist der kleine Hof nur phasenweise nutzbar.

Ausschließung
Wir können nur jene Klientinnen betreuen, bei denen die Einhaltung der Hygienevorschriften möglich ist und die in der Lage sind, soziale Regeln einigermaßen einzuhalten. Klientinnen nach Auslandsaufenthalten oder mit Auslandskontakten können nicht betreut werden.

Das Betreten der Tagesstätten ist nur Klientinnen und Mitarbeiterinnen gestattet. Demnach dürfen auch Begleitpersonen die Räume nicht betreten. In nächster Zeit werden auch keine Praktika angeboten.

Insgesamt nähern wir uns sehr langsam einer „Vollbelegung“, von „Normalbetrieb“ sind und bleiben wir allerdings weit entfernt. Die Generalversammlung wurde verschoben, alle Veranstaltungen, so auch die beliebte Hof-Vernissage mussten wir absagen. Das bedeutet auch einen starken finanziellen Verlust.

Mobilität
Die Zusammenarbeit mit der Firma Blaguss im Rahmen des Mobilitätskonzepts funktioniert sehr gut. Oftmalige Änderungen und Anpassungen an sich wandelnde Rahmenbedingungen sind eine spezielle Herausforderung. Daher wissen wir den professionellen Umgang durch dieses Unternehmen sehr zu schätzen.

Finanzen
Die finanzielle Lage in Zeiten wie diesen ist sehr schwierig. Zahlungen aus den Mitteln des AMS gab es bisher keine. Das Ansuchen um Projektförderung stellt uns vor große Probleme. Wir benötigen umfassende Unterstützung!

Allgemein leiden wir durch die überbordende Bürokratie und oft undifferenzierte Informationen und Anordnungen, die manchmal schwer nachvollziehbar und mehrdeutig sind.

Erwartungen
Wir warten schon sehr lange auf die Gewährung der beantragten Sondertagsätze in zwei besonders herausfordernden Fällen. Seit Ende Dezember gibt es keine Reaktion auf unser Ansuchen um Finanzierung des dritten Standortes. Wir benötigen in einigen Sachfragen kompetente Unterstützung.


Mitteilung vom 5. Mai 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger

Der Mai ist gekommen: Die Situation spitzt sich zu
und das zu einer Zeit, wo allgemein von einer Entspannung gesprochen wird. Während andere Organisationen von einem langsamen Hochfahren der Tagesstruktur sprechen, steigt die Zahl der Anwesenden bei Rainman’s Home. Wir haben die Tagesstätte in der Semperstraße in zwei Bereiche getrennt, um größtmögliche Abstände einhalten zu können. Zudem haben wir die Betreuerinnen zu Teams geformt, um einsatzfähig bleiben zu können und gleichzeitig die Anforderungen für die Kurzarbeit zu erfüllen.

Die meisten der bei Rainman’s Home Betreuten wohnen noch in den „eigenen vier Wänden“. Nur fünf KlientInnen der Semperstraße leben bei anderen Trägereinrichtungen. Ein Klient ist allerdings seit Beginn der Corona-Krise wieder bei der Mutter und besucht seit einiger Zeit von dort aus die Tagesstätte, eine Klientin, die in einer WG lebt, war fast täglich in der Tagesstruktur bei Rainman’s Home. Zwei blieben in den Einrichtungen, in denen sie auch wohnen. Ein Klient bleibt bis Anfang Juni zuhause, weil erst dann die WG „wieder hochfährt“, wie die Mutter uns mitteilte.

In den Gruppen der Teschnergasse leben neun KlientInnen in einer WG. Einer davon besucht bereits die Tagesstruktur. Der Druck, auch dort die Türen wieder zu öffnen wird größer. Vielen wird es zu eng. Wie aber sollen wir das schaffen? Niemand weiß zum jetzigen Zeitpunkt, wann es wieder einen Normalbetrieb geben kann und geben darf. Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Menschen in den Tagesstrukturen von Rainman’s Home nicht zu überfordern und zusätzlich zu belasten, wenn laufend Änderungen bekannter Strukturen angedacht und eingefordert werden.

Wer aber hilft uns, diese Zeit gut zu überstehen? Die Gelder sind ausständig, aber die Gehälter, Abgaben und Steuern sind zu bezahlen. Was wird mit dem neuen Standort werden? Was sollen jene Menschen tun, die mit einem Platz ab September gerechnet haben?

Viel Fragen, keine Antworten. Dafür aber alle möglichen zusätzlichen Verwaltungsaufgaben. Schauen wir einmal, wie wir das alles schaffen.

Wie lange ist ein Notbetrieb ein Notbetrieb? Und welche Kriterien werden entscheiden, ob jemand die Tagesstruktur besuchen darf?


Mitteilung vom 30. April 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger

Am Beginn der letzten Aprilwoche – und das war nun schon die sechste „Corona-Woche“ – standen wir vor der Aufgabe, die Gehälter zu überweisen. Das ist in Zeiten wie diesen eine besondere Herausforderung. Noch sind uns nicht alle Details klar, wie die Finanzierung gesichert werden kann.
Die Tagesstätten von Rainman’s Home blieben seit Beginn der Krise stets geöffnet, allerdings bei eingeschränktem Betrieb. Wir tun alles, um das Abstandhalten zu gewährleisten und die Hygienevorschriften einzuhalten. Es zeigt sich aber immer deutlicher, dass es noch länger nicht möglich sein wird, zum Normalbetrieb zurück zu kehren. Es wird kaum gelingen, bei voller Belegung den Sicherheitsabstand für alle gewährleisten zu können. Daher wird das Raumproblem immer massiver, je mehr versuchen in die Betreuung zurück zu kehren. Über Masken, Desinfektionsmittel und entsprechende Seifen verfügen wir, vor allem dank der Unterstützung durch die MA70. Derzeit ist es aber unmöglich, kontaktlose Fieberthermometer zu erhalten.
Wir haben ein eigenes „Begrüßungsritual“ für das Betreten der Tagesstätte eingeführt, um das Waschen der Hände und die Desinfektion sicher zu stellen. Außer den KlientInnen und den MitarbeiterInnen von Rainman’s Home darf die Tagesstätten ohnedies niemand betreten. Allein das ist manchen Eltern schwer zu erklären. Es werden jedoch noch sehr herausfordernde Tage kommen, wenn der Bedarf an Tagesbetreuung größer sein wird als wir anbieten können. Bei den anderen Trägerorganisationen denkt man, dass vorerst eine Steigerung auf etwa 50% des normalen Kontingents machbar ist. Es wird daher individuelle Vereinbarungen nötig machen. Vielfach wird in diesem Zusammenhang auch auf das Prozedere in den Schulen hingewiesen. Es erscheint nicht möglich, alle wieder wie in der Zeit vor Corona betreuen zu können. Wir werden sehen, was da noch auf uns zukommt.
Die Herausforderung bei der Umsetzung der Kurzarbeit ist zusätzlich gewaltig. Glücklich können wir sein, dass wir in unserem Team so hervorragende MitarbeiterInnen haben, die auch unter den herrschenden Bedingungen voll Elan und Freude an die Arbeit gehen. Darauf sind wir richtig stolz!
Leider warten wir noch immer auf eine Reaktion auf unser Förderansuchen vom Dezember zu den Umbauarbeiten am dritten Standort. Somit wird es nicht möglich sein, im September Plätze am neuen Standort anzubieten; das hätte auch die Raumkapazität deutlich gesteigert. Wenn gespart werden muss, dann sollte das nicht bei der direkten Betreuung sein. Aus diesem Grund erscheint es unverständlich, dass man uns jetzt, in Zeiten der großen Krise, mit Briefen zur Erhebung der KundInnenzufriedenheit eindeckt. Die Konzentration auf das Wesentliche erschiene wichtiger!
Verzweifelt rufen Eltern an, weil sie die Betreuungsplätze so dringend benötigen. Wir haben uns das alles auch anders vorgestellt. Da müssen die kompetenten Personen Stellung beziehen; offensichtlich übersteigt das den Rahmen der Möglichkeiten für den FSW. Es müssten demnach zu Lösungen von Entscheidungsträgern direkt aus dem Bereich der Gemeinde kommen.
In dieser Woche betreuen wir 8 KlientInnen in der Semperstraße und 5 in der Teschnergasse. Jetzt gilt es die finanzielle Durststrecke zu überstehen. Danke allen, die uns dabei helfen. Wir richten den Blick aber vorwärts. Es gibt neue Ziele und es wird neue Erfolge geben – trotz allem!!!


Mitteilung und Ostergrüße vom 11. April 2020

von Obmann Dr. Anton Diestelberger
Am Start zur vierten „Corona-Woche“

In beiden Tagesstätten lief auch in der vergangenen Woche der Betrieb, wenngleich noch immer eingeschränkt. Die Zahl der Betreuten wurde aber größer. Dennoch gelang es uns, auf entsprechende Abstände zu achten. Besonderes Augenmerk wird auf die gründliche Reinigung der Hände und die sachgemäße Anwendung der Desinfektionsmittel gelegt. Der Dank gilt unseren BetreuerInnen, die auch in solchen Zeiten vielfältige Angebote machen und sich mit Hingabe den KlientInnen widmen. Alle sind zu besonderen Leistungen bereit. Wir sind durch die Umstände der Kurzarbeit äußerst gefordert: Aus wirtschaftlichen Gründen müssen wir zu dieser Maßnahme greifen und wurden auch von Seiten des FSW dazu aufgefordert, gleichzeitig bemühen wir uns um größtmögliche Flexibilität.

Unser wichtigstes Ziel ist es, die Kontakte zu andern so gering wie möglich zu halten. Daher gilt ein absolutes Betretungsverbot der Tagesstätten, auch für Eltern, Begleitpersonen und MitarbeiterInnen des Busunternehmens. Die Begleitung von KlientInnen muss daher ausnahmslos vor dem Eingang zu den Tagesstätten enden. Wir haben uns folglich aus Sicherheitsgründen gegen die Überlassung von MitarbeiterInnen an andere Trägerorganisationen ausgesprochen.

Die anwesenden KlientInnen schätzen es, derzeit so viel Platz beanspruchen zu dürfen wie sonst nie und dass die Förderung noch individueller gestalten werden kann. In der Nähwerkstatt werden sogar Mund-Nasen-Masken im modischen Outfit hergestellt. Wir sehen es als unsere Aufgabe, allen unseren KlietInnen die Möglichkeit einer hochprofessionellen Betreuung in geeigneten Räumen bieten zu können. Dadurch entlasten wir die Familien und jene Organisationen, die selbst keine Tagesstrukturen in diesem Maße anbieten.

Wie wir das alles wirtschaftlich meistern können, ist noch ungewiss. Sicher ist, dass in knapp zwei Wochen wieder Gehälter zu überwiesen sind. Derzeit können wir nur die tatsächlichen Anwesenheitstage verrechnen. Die Abwicklung aller Formalitäten im Zuge der Kurzarbeit stellt uns vor große Herausforderungen. Wie froh sind wir da, die ExpertInnen von Weiler und Weiler an unserer Weite zu wissen. Auch von Seiten des FSW wurde Unterstützung in Aussicht gestellt. Wir wünschen den Zugang dazu allerdings weit weniger bürokratisch als anfänglich verlangt und die Hilfe sollte effektiv sein und uns schnell erreichen.

Das Ausmaß an Verwaltungsaufgaben ist unglaublich gestiegen. Diese Zeit der Krise könnte allerdings auch einen reinigenden Effekt haben: Vielleicht rücken manche völlig überzogenen Ansätze in den Hintergrund oder werden zumindest in Frage gestellt. Allen dennoch ein frohes und hoffnungsvolles Osterfest – wunderschön jetzt so bewusst an Auferstehung denken zu dürfen.


Mitteilung vom 3. April 2020
an alle Verantwortlichen an der Seite von Rainman’s Home KlientInnen
von Obmann Dr. Anton Diestelberger und der Pädagogischen Leiterin Dr. Therese Zöttl

Ein neuer Monat hat begonnen. Das Ende der Maßnahmen ist nicht abzusehen und wir haben auch keine klaren Aussagen von Seiten der Verantwortlichen, wie in finanzieller Hinsicht vorzugehen ist. Tatsache ist, dass beide Tagesstätten in Betrieb sind, also immer auch MitarbeiterInnen in den Tagesstätten anwesend sind, wenn auch derzeit weniger, sowohl was KlientInnen als auch Beschäftigte betrifft. Die Zahl der KlientInnen, die die Angebote unserer Tagesstätten wieder nützen möchten, nimmt aber zu. Melden Sie bitte im Vorhinein den Bedarf an.

Von Seiten des FSW wissen wir bis jetzt auch nicht, wie die Fehltageregelung am Ende ausgelegt wird. Für den Verein ist das eine besonders kritische Zeit, denn unsere Ausgaben bleiben momentan unverändert. Derzeit bemühen wir uns, eine Regelung mit Kurzarbeit anzustreben. Wir haben daher einen hohen Verwaltungsaufwand und müssen Entscheidungen treffen, für die wir nicht gerüstet waren, die im Nachhinein überprüft und für die Rechenschaft verlangt werden wird. Wie froh sind wir, in solchen Zeiten die verlässliche Steuerberatung vom Büro Weiler zu haben.

In den Tagesstätten sind wir noch gut ausgestattet mit Desinfektionsmitteln, entsprechenden Handschuhen und auch Masken. Von diesen haben wir sogar welche vom Typ FFP2. Sie werden den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt. Den Betreuten wird das Tragen von Masken nicht abverlangt, jeder wird einsehen, dass das autistischen Menschen nicht zumutbar ist. Geradezu paradoxe Situationen entstehen nun: Es gibt welche, denen wir in langen Übungsphasen beigebracht haben die „Hände zu geben“, obwohl sie eigentlich keinen Kontakt zu anderen haben wollten. Nun trainieren wir das Gegenteil und wir müssen uns angewöhnen, auf Sozialkontakte zu verzichten.

Wir hoffen, dass alle gut „über die Runden kommen“ und Ostern wirklich eine Auferstehung werden kann.


Mitteilung vom 27.3.2020
von Dr. Anton Diestelberger, Obmann Rainman’s Home:
Die Lage am Ende der zweiten Corona-Woche

Alle wurden wir von der Heftigkeit und der Rasanz der Entwicklungen überrascht und davon mehr oder weniger vorbereitet getroffen. Daher ist es verständlich, dass auch die Entscheidungsträger in allen Bereichen und auf den unterschiedlichsten Niveaus Prioritäten setzen und sehr flexibel entscheiden müssen. Die momentane Situation ist unvergleichlich, dennoch weiß man, dass der Blick in die Zukunft nötig ist. Es bedarf der Anstrengung aller, und das jetzt!

Wir bei Rainman’s Home versuchen in mehrfacher Hinsicht, handlungsfähig zu bleiben und parallel dazu Aktivitäten zu entwickeln. Wir halten derzeit den Betrieb in beiden Tagesstätten am Laufen. Es sind momentan nur wenige KlientInnen anwesend und dementsprechend ist auch die Zahl der BetreuerInnen reduziert. Wir betreuen KlientInnen aus Wohngruppen und solche, die in den Familien leben. In Zeiten wie diesen dürfen wir in Absprache mit dem FSW allen einen Bustransport anbieten, auch jenen, die unter normalen Umständen die öffentlichen Verkehrsmittel benützen.

Die nächste große Herausforderung stellt mittelfristig die Finanzierung des Betriebes dar. Noch gibt es keine klaren Anweisungen des FSW, wie eine tragbare Lösung aussehen wird. Allen aber ist klar, dass es ein unkonventionelles Vorgehen geben wird müssen. Noch ist nicht entschieden, wie die Fehltage letztlich bewertet werden. Es zeichnet sich zunehmend ab, dass wir an ein Modell der Kurzarbeit denken müssen, um die anfallenden Kosten zu minimieren und den Aufwand an die spezielle Lage anzupassen. Wie das konkret umzusetzen ist, wissen wir noch nicht genau. Wir stimmen derzeit in den Führungsebenen der Tagesstätten die Strategien ab. Wir stehen aber auch in einem regen und laufenden Austausch mit dem FSW (Krisenplattform), dem Dachverband und mit den GeschäftsführerInnen anderer Organisationen, nicht zuletzt mit unserem Steuerberater.

Uns beschäftigt zudem die Frage, was mit der dritten Tagesstätte sein wird. Ganz sicher kann die geplante Eröffnung ab September nicht gehalten werden. Die Plätze werden jedoch dringend benötigt und auf irgendeine Weise muss den Vorgemerkten geholfen werden, da sind sich alle einig. Wir denken, das sehen auch entscheidende Personen im FSW und der Gemeinde so. Vielleicht wird es auch hier eine unkonventionelle Lösung in Form einer Überbrückung brauchen. Aber so wie es sich derzeit darstellt, wird es diese neue Tagesstätte letztlich geben, wir wissen nur nicht genau ab wann.

Wir wollen deutlich machen, dass wir auch in den Zeiten der Krise noch vorne blicken und dennoch hier und jetzt besonders allen Beschäftigten im Behindertenbereich unseren Dank aussprechen. Es ist ein Bereich, der oft vergessen wird.

Trotz der gewaltigen Herausforderungen schmieden wir sehr konkrete Pläne zu Verwirklichung der „Mobilen Betreuung“ und der Erweiterung des Angebots in den bestehenden Tagesstätten durch Flächen und Räume im Umfeld von Wien. Es gibt hier konkrete Pläne, erste erfolgversprechende Schritte wurden gemacht und auch in der derzeitigen Situation werden innovative Ideen und Pläne entwickelt. Es ist allerdings zu früh, Konkretes zu veröffentlichen. Hoffentlich klappt alles und hoffentlich lässt man uns die Pläne dann auch umsetzen!

Völlig unvorbereitet hat uns das Corona-Virus nicht getroffen. Wir verfügen über Desinfektionsmittel und Handschuhe in ausreichenden Mengen und besitzen noch aus der Zeit der Vogelgrippe-Pandemie einige Packungen an Schutzmasken, allerdings keine Anzüge. Durch den Betrieb an beiden Tagesstätten können wir auf den notwendigen und vorgeschriebenen Abstand zwischen den Anwesenden auf besondere Weise achten.

Dass wir derzeit alle Mittel benötigen, um den laufenden Betrieb am Laufen zu halten, werden wohl alle verstehen. Darum ist es jetzt nicht oberste Priorität, eine neue Kreissäge oder andere Geräte für unsere Werkstätten anzuschaffen. Jetzt geht es um Fundamentales. Allen, die uns in dieser Zeit unterstützen und spenden, ein ganz besonderer und tief empfundener Dank!

Es wird eine Zukunft geben, wir wissen nur nicht genau, wie sie aussieht. Ein reinigender Effekt scheint einzutreten: Jetzt zählt, was wichtig ist, das Nichtige verliert an Bedeutung. Hoffentlich gilt das auch für die in den letzten Jahren überbordende Bürokratie und Auflagenwulst. In diesem Sinne auf eine hoffnungsvolle neue Zeit!

Mitteilung vom vom 23.3.2020
von Dr. Anton Diestelberger, Obmann Rainman’s Home:
Herausforderung Corona-Virus: Stand 23. März

Wir stehen am Beginn der zweiten Woche der größten Ausnahmesituation der letzten Jahrzehnte und vor uns liegt so viel Ungewisses. Wenn wir doch wüssten, was das Richtige ist; und was man im Nachhinein nicht alles besser wissen wird. Wir von Rainman’s Home haben jedenfalls vorerst einmal entschieden, den Betrieb nun wieder in beiden Tagesstätten aufzunehmen, wenn auch in reduziertem Rahmen.
Warum in beiden? Nur so ist es möglich, die KlientInnen im vertrauten Umfeld zu betreuen und dabei auf die größtmögliche Distanz zwischen den einzelnen Personen zu achten, gleichzeitig aber sehr sinnvoll und individuell zu arbeiten.
Wir bieten unsere Hilfe in Form der geöffneten Tagesstruktur an: den Eltern, den Trägern der Wohneinrichtungen und den KlientInnen.
Ich weiß nicht, wie die Entwicklung morgen sein wird, Flexibilität wird verlangt. Wir werden weiter informieren!
Alles Gute und viel Kraft!
Anton Diestelberger


Mitteilung vom vom 18.3.2020
von Dr. Anton Diestelberger, Obmann Rainman’s Home:

Derzeit ist die Tagesstätte in der Teschnergasse geschlossen, in der Tagesstätte in der Semperstraße läuft nach wie vor ein Notbetrieb. Der ist auch notwendig. Es zeichnet sich ab, dass die Betreuung in der nächsten Zeit vermehrt benötigt wird.
Ich halte eine Betreuung durch unsere MitarbeiterInnen in „fremden Wohneinrichtungen“ aus pädagogischen Gründen für nicht erfolgversprechend, ohne dabei auf rechtliche Aspekte eingehen zu wollen. Die räumliche Enge, die fehlende Infrastruktur für Angebote der durchgängigen ganztägigen Betreuung und die zu erwartenden Spannungen, die in solchen Situationen entstehen, werden zu gravierenden Problemen führen und viele der Betreuten und die Betreuenden vor Ort in ausweglose Situationen bringen. Daher ist es notwendig, einen professionellen Betrieb der Tagesstätten – wenn auch in reduziertem Rahmen – aufrecht zu erhalten.
Ich denke, dass es auf Dauer einfacher ist, einen Transport unter besonderen Bedingungen und Vorsichtsmaßnahmen durchzuführen, als die Ganztagesbetreuung unter unzulänglichen Verhältnissen.
Ich möchte auch darauf hinweisen, dass in den Tagesstrukturen es leichter gelingen kann, auf Abstand zwischen den einzelnen zu achten. Es geht nicht nur um Wohnungseinrichtungen, wir versuchen auch die Elternperspektive zu berücksichtigen, da ja viele der bei uns betreuten Menschen noch bei den Eltern leben. Da werden bald viele an ihre Grenzen stoßen und eine funktionierende Tagesstruktur ganz dringend benötigen.
Wir sind in Kontakt mit dem Busunternehmen, um einen möglichst sicheren Transport zu gewährleisten.
Mit besten Grüßen
Anton Diestelberger

HIER auch der Brief an die MitarbeiterInnen von Rainman’s Home: DOWNLOAD Brief an die MitarbeiterInnen

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