Für unser Jubiläumsjahr 2016 hatten wir uns viel vorgenommen. Es sollte ein ganz besonderes Jahr werden und in vielen Bereichen ist uns das unter anderem durch die großartige Unterstützung von freiwilligen HelferInnen, Mitgliedern, SpenderInnen und Sponsoren gelungen.

Ein wesentliches Ziel war es, durch unser Engagement rund um den Welt Autismus Tag, die Forderung nach flächendeckender Krisenintervention, durch Publikationen, eine moderne und informative Homepage, Events und die Aktion „25 für Rainman“ Aufmerksamkeit für das Thema Autismusspektrum in Österreich zu gewinnen. Unser größtes Ziel, die Schaffung eines dritten Standortes, wird uns auch im Jahr 2017 begleiten. Diese Aufgabe können wir nur übernehmen, wenn von Seiten des FSW dazu die entsprechenden Erklärungen erfolgen. Es gibt eine Warteliste bei Anmeldungen zu Rainman’s Home. Selbst wenn wir damit beginnen, dauert es relativ lange, bis ein geeignetes Lokal mit der entsprechenden räumlichen Ausstattung gefunden und etabliert werden kann. Zudem muss danach die Aufstockung des Teams erfolgen, was Auswahl und Schulung erfordert, um die Qualität halten zu können.

Durch die Hilfe von Spenden konnten in den letzten zwei Jahren u. a. Squease-Westen angeschafft werden. Nach Bedarf holen sich jene KlientInnen, die diese Möglichkeit schätzen, die Weste, um Ruhe und Entspannung zu finden.
Durch händisches Aufpumpen strafft sich die Weste und umfängt den Oberkörper immer fester. Durch den tiefen Druck im Brustbereich entsteht für die Betroffenen ein Stabilitätsgefühl, das Ruhe und Gelassenheit bringt und mehr Konzentration ermöglicht. Die Weste ist genial, weil jeder selbst bestimmen kann, wann und wie lange der Druck wirken soll. Auch schwere Gewichtsdecken konnten mit Spendenmitteln angeschafft werden. Für 2017 nehmen wir uns vor, den Kreis der NutzerInnen behutsam zu erweitern.

Die Kommunikationsförderung mit iPads ist ein erfolgreicher Bestandteil individueller Fördereinheiten geworden. Victoria Leupold, Mitarbeiterin in der Tagesstätte Semperstraße, nimmt regelmäßig an Fortbildungsveranstaltungen teil und erweitert ihr diesbezügliches Wissen. Erst durch die praktische Anwendung erwirbt man sich die nötige Sicherheit beim Einsatz der Geräte. Zudem müssen die geeigneten Apps gefunden und angekauft werden.
Dank Spenden und Förderern wie den Lions Club Arte, der uns schon seit 2015 unterstützt und das Projekt als „förderungswürdig“ eingestuft  hat, konnten weitere Geräte und entsprechende Programme erworben werden.

In der Druckwerkstatt setzt Miriam Zanolin ihre große Erfahrung im Druckbereich und Modedesign gezielt ein. Neue Kreationen wurden entwickelt und auch 2017 soll wieder eine neue Kollektion der beliebten T-Shirts entstehen. Vermehrt wird auch der Stickcomputer, der eigentlich wie eine übliche Nähmaschine aussieht, ganz speziell eingesetzt. Man kann damit nicht nur ganz „normal“ nähen, es lassen sich auch eigene Entwürfe einspielen und so besondere Designs als Stickereien „wie von Zauberhand“ umsetzen.

Die Arbeit in der Textilgruppe lieben einige der Klientinnen und Klienten (durch diese Schreibweise soll besonders deutlich werden, dass auch viele Männer der Tagesstätte begeisterte Stricker geworden sind) ganz besonders. Spezielle Strickgeräte und der wohlüberlegte Materialeinsatz sorgen für die erfolgreiche Herstellung geschätzter Produkte. Schals und Hauben mit unverwechselbarem Design sind nicht nur für den Verkauf bestimmt, sondern erfreuen auch einige der Gruppenmitglieder. 2017 wird sie wieder ein fixer Bestand im wöchentlichen Angebot sein. Weiterhin soll diese Gruppe von KlientInnen beider Tagesstätten besucht werden und die Vernetzung der beiden Standorte bei bestimmten Projekten ausgebaut werden.

Wie im vergangenen Jahr werden auch 2017 einzelne, klar definierte und vom Umfang überschaubare Arbeitsaufträge übernommen. Einige Firmen beschenken ihre KundInnen zu Weihnachten mit Produkten unserer Werkstätten, die speziell für diese hergestellt werden. Zum Beispiel Kräutersalze (Haarstudio KOPFARBEIT by Beate Marx) oder Chiliöl (bism Brandschutz Wolfgang Fiala). Die Zusammenarbeit mit „Mein Honig“ soll 2017 weiter intensiviert werden. Für den Lions-Ball „Un Ballo in Maschera“, der am 13. Jänner 2017 im Palais Auersperg stattfindet, werden wir Kräutersalze als Damenspenden zur Verfügung stellen. Neu ins Programm werden wir mit Zirbenspänen gefüllte Nackensäckchen aufnehmen. Die Späne erhalten wir von der Holzgroßhandlung Andreas Banyai in Währing.

Wir müssen im Jahr 2017 das Anerkennungsverfahren wieder durchlaufen. Die Anerkennung durch den FSW ist immer zeitlich begrenzt. Somit sind wir auch gezwungen, sämtliche Unterlagen aktuell zu halten. Obwohl das natürlich einen Aufwand darstellt, dient es der Qualitätssicherung.

Im Jahr 2017 müssen wir ein Mobilitätskonzept vorlegen. Bei diesem Konzept und bei er Ausgangslage ist die Zielsetzung, die autonome Benützung der öffentlichen Verkehrsmittel für die Anfahrt zur Tagesstätte zu erreichen, im Fall von Rainman’s Home sehr unrealistisch. Da wir über keinen eigenen Fahrtendienst verfügen, waren wir immer schon bestrebt, nur bei absoluter Notwendigkeit auf das Angebot eines Transportunternehmens zurückzugreifen.

Energieeffizienz ist kein leeres Schlagwort. Einerseits versuchen wir durch gezielte Anbieterauswahl die Einstandskosten für Energie günstig zu halten, andererseits dienen unterschiedliche Maßnahmen zur Senkung des Verbrauchs. So wurde im Jahr 2016 die Therme in der Teschnergasse, die im Sommer kaputt ging, durch eine Brennwerttherme ersetzt. Wir erhoffen uns dadurch eine deutliche Senkung des Gasverbrauchs. 2017 werden wir die Neonröhren in den Tagesstätten durch LED-Röhren ersetzen. Beginnen werden wir damit in der Tagesstätte Semperstraße. Dort haben wir im Laufe der letzten Jahre Stück für Stück die herkömmlichen Glühbirnen durch LED-Leuchten ersetzt. Sollte diese Umstellung wirkungsvoll sein, werden wir danach auch in der Teschnergasse den Austausch vornehmen.

Dringend sanierungsbedürftig sind die Bäder und WC-Anlagen in der Semperstraße. Durch mehrere zeitgemäße Adaptierungen soll als zusätzlicher Effekt ein Wasserschaden, wie er heuer entstanden ist, verhindert werden. Außerdem ist das Behinderten-WC zu erneuern, um allen Auflagen genau zu entsprechen.

Von allergrößter Bedeutung erscheint es uns zu sein, die Räume dahingehend zu erweitern, dass wir zusätzlich zu den in Währing zur Verfügung stehenden Räumen Platz im Grünen schaffen. Unseren diesbezüglichen Ansatz, der sich entsprechend den Ideen von Individualisierung, Empowerment und Selbstbestimmung ableitet, nennen wir „Mobile Tagesstruktur“. Das Ziel ist, jenen Klientinnen und Klienten, die die Enge der Stadt nicht ständig ertragen, Platz schaffen. Mobil drückt aus, dass kein neuer Standort in NÖ entstehen soll, sondern Platz gefunden wird, der von den bestehenden Tagesstätten aus erreichbar ist und regelmäßig ins Angebot aufgenommen wird. Dort ließe sich dann auch viel handwerkliche Tätigkeit und Gartenarbeit anbieten. Auf natürliche Weise entstünde parallel dazu Raum, um „Dampf abzulassen“. Deeskalierung ist der wichtigste Aspekt, wenn es gilt, mit inneren Spannungen umzugehen. Ergänzt muss dieser Ansatz durch Kommunikationstraining werden, aber da läuft bereits.

Zusammen mit Autism Europe werden wir im Jahr 2017 unser Augenmerk besonders auf jene Barrieren richten und in der Öffentlichkeit thematisieren, die autistischen Menschen noch immer im Weg stehen und es ihnen erschweren, im Leben bestehen zu können.

Am 1. April 2017 veranstalten wir das 6. Autismusforum. Das ist kein Aprilscherz, sondern aus Anlass des Welt-Autismus-Tages ein bewusst gewähltes Datum. Auch die Aktion „Light it up Blue, Austria“ wollen wir wie schon in den letzten Jahren durchführen. Wir erwarten uns wieder zahlreiche Unterstützer.

Unerfüllt blieb bis jetzt noch immer die Forderung nach geeigneten Maßnahmen im Bereich der Krisenintervention. Es zeigt sich generell, dass in Österreich ein „Nationaler Autismus-Plan“ fehlt, wie wir ihn aus anderen Ländern kennen. Das Vorbild könnte Schottland sein oder skandinavische Länder.

Damit Pläne Realität werden: Die laufenden Kosten von Rainman´s Home können gerade gedeckt werden. Für die Realisierung der geplanten Projekte sind wir auf zahlreiche Mitglieder, Spenden und Sponsoren angewiesen. Wir freuen uns über jede Unterstützung. Ob durch Zeit-, Sach- oder Geldspenden. DANKE!