Idealerweise werden charakteristische Merkmale und Auffälligkeiten bereits vor dem 30. Lebensmonat erkannt. Den Angehörigen sowie den Kinder- und Fachärzten kommt bei der Früherkennung von Autismus große Verantwortung zu, da die Betroffenen so bald wie möglich gefördert werden sollten. Die Frühförderung ist besonders wichtig, es kommt allerdings darauf an, die entsprechenden Methoden anwenden zu können. Generell zeichnet sich dieser Förderansatz durch das „strukturierte Lehren und Lernen“ aus. Ansätze aus den Konzepten von TEACCH, ABA und PECS sind zusammenzuführen.

DSCF0538 (2)Anton Diestelberger und Therese Zöttl haben einen Fragebogen entwickelt, der sich zur Erstellung einer so genannten „Verdachtsdiagnose“ eignet. Dieser Test orientiert sich an jenen Merkmalen, die für Autismus kennzeichnend sind und die im DSM-IV und ICD-10 als Diagnosekriterien angeführt sind. Der Test ist sehr knapp gehalten – er umfasst zwei Seiten – und ist leicht durchzuführen. Er ist hier als „Download“ zur direkten Bearbeitung am PC zu finden. In der frühen Kindheit fallen vor allem Merkmale auf, die früher als „Frühkindlicher Autismus“ diagnostiziert wurden. Seit dem Jahr 2013 wird im DSM 5 vom Autismus Spektrum gesprochen. „Mildere Formen“ von Autismus – oft auch als „Asperger-Syndrom“ bezeichnet – werden meist erst später auffällig. Dazu ist ein von Simon Baron-Cohen entwickelter Selbsttest im Internet zu finden.

Dennoch sollen an dieser Stelle einige besondere Auffälligkeiten angeführt werden, die in der frühen Kindheit an Autismus denken lassen:

• Das Kind greift nach den Händen der Eltern oder anderer Bezugspersonen und führt deren Hände zu Dingen, die es haben will, statt selbst danach zu fassen.
• Das Kind zeigt den Menschen in seiner Umgebung keine Dinge, die für das Kind eigentlich wichtig wären, wie zum Beispiel ein neues Spielzeug, eine Puppe usw.
• Licht übt eine magische Anziehungskraft aus: häufiges und lang andauerndes Betätigen des Lichtschalters
• Jede Veränderung gewohnter Abläufe führt zu Widerständen, die oft heftig ausfallen können
• Zehengang
• Verzögerte Sprachentwicklung
Beachten Sie die Auflistung der speziellen Merkmale im nächsten Punkt!

Das Problem der Diagnose
Immer wieder fragen Eltern nach Stellen, wo Autismus diagnostiziert werden kann. Eigentlich müssten alle KinderärztInnen dies erbringen. Darüber hinaus wird auf der Website des Stadtschulrates auf eine Liste von Anlaufstellen in Wien und NÖ verweisen. Dazu der LINK: www.integration-autismus.at Bitte unter Diagnose die Liste aufrufen.