Aus der Warte der Betroffenheit (Elternperspektive) haben wir mit dem Aufbau der Tagesstätten begonnen und sind mitgewachsen. Schritt für Schritt entwickeln wir die Angebote inhaltlich weiter. Wir planen ein Wachstum vor allem in qualitativer Hinsicht und die Weiterentwicklung der Konzepte. Die Errichtung einer neuen Tagesstätte halten wir derzeit für unrealistisch. Wir brauchen eine Verschnaufpause und müssen die Organisation konsolidieren und stabilisieren.
Unserem Handeln liegt die Einsicht zugrunde, dass man einen autistischen Menschen nicht zu einem nichtautistischen machen kann. Die inneren Strukturen der betreuten Menschen lassen sich auf direktem Weg nicht ändern, aber wir können das gesamte Umfeld bewusst gestalten. Ein ausgefeiltes Raumkonzept erleichtert die Bewältigung des Alltags. Dazu muss auf entsprechendes Fachwissen der Betreuenden geachtet und Fortbildung ermöglicht werden. Die bewusste Nutzung der Freibereiche unserer Tagesstätten sehen wir als große Chance.
Unsere Zielsetzungen
Unsere Ziele lassen sich in einigen markanten Punkten darstellen:
• Die Stärken stärken, um mit den Schwächen leben zu können.
• Gewalt ist keine Lösung.
• Menschen im Autismus-Spektrum sind in einem besonderen Maße von den Menschen in ihrer Umgebung abhängig; sie benötigen ein Leben lang Begleitung.
• Perspektivenwechsel ist die Voraussetzung jeder pädagogischen Arbeit.
• Autismus ist eine andere Art der Wahrnehmung.
• In die Welt des Autismus vordringen heißt „Autismus•Lesen•Lernen“ (Ludo Vande Kerckhove).
Netzwerke schaffen Möglichkeiten
Die 17. WTAS (Wissenschaftliche Tagung Autismus-Spektrum) fand vom 12. bis 14. März in Heidelberg statt: „AUTISMUS WEITERDENKEN 2.0! Prävalenzen, Differenzen, Diagnosen“ lautete das Thema. Stolz sind wir auf die Wertschätzung, die der Arbeit von Rainman’s Home entgegengebracht wird. Auch heuer wurde eine Arbeit der Künstlergruppe von Rainman’s Home für das Plakat ausgewählt: Alexander Böhm, „Tänzerin“.
Neben Experten aus Toronto kamen Fachleute aus dem deutschsprachigen Raum zusammen. Nicht nur die Vorträge waren beeindruckend, die vielen persönlichen Gespräche schafften neue Brücken. Zum 9. Autismusforum rainman’s home im Catamaran in Wien (9.10.2026) haben wir einige der Expert*innen eingeladen und sie kommen gerne. Ein interessantes und anspruchsvolles Programm wird dadurch möglich. .
Auch auf anderen Ebenen suchen wir die Zusammenarbeit. Das persönliche Kennenlernen mit Mirco und Jason (englisch ausgesprochen), den Protagonisten des Films „Wochenendrebellen“ kann der Beginn eines längeren Weges sein. Alex Zaritsch von den Rapid Ultras hat den Kontakt hergestellt, sowohl zu den beiden (Vater und Sohn) als auch zu uns.
Als Folge der gemeinsamen Aktionen haben vielfache Kontakte und Aktivitäten nachhaltigen Nutzen für alle gebracht. Wenn doch die Menschlichkeit, die wir spüren konnten, auch zu innerer Größe bei Fußballniederlagen führen könnte. Deeskalation ist eine fordernde Sache.



