Einerseits wurden bewährte Strukturen in der Konzeption beibehalten, andererseits gab es auch wesentliche Neuerungen und Ergänzungen. In Summe war es eine beeindruckende Veranstaltung, die Spuren hinterließ. Die bewusste interdisziplinäre Ausrichtung erwies sich abermals als besonderes Merkmal des Autismusforums. Der breite Bogen, der im Begriff Autismus-Spektrum deutlich wird, spiegele sich auch in einem Spektrum unterschiedlicher Sichtwien und Standpunkte. Pädagogik, Medizin, Psychologie, sowie die Betroffenenperspektive und die Elternsicht eröffneten einen weiten Zugang zum Thema Autismus.
Das Veranstaltungszentrum Catamaran bot einen nicht zu übertreffenden Rahmen für die Veranstaltung. Das ÖGB-Chancen-Nutzen-Büro stellte die Möglichkeiten zur Verfügung. Nur so gelang es unserem recht kleinen Verein Rainman’s Home ohne jegliche Unterstützung durch die öffentliche Hand ein derart anspruchsvolles Programm zu bieten. Wir danken daher den Sponsoren des Forums herzlich, allesamt sind Geschäftspartner unseres Vereins.
Mag. Patrick Berger versprach in seinen Begrüßungsworten auch in Zukunft an der Unterstützung festhalten zu wollen und dem Thema Autismus und den engagierten Zielen des Vereins auf diese weise eine Bühne und eine Öffentlichkeit zu bieten. Erstmals wurde vom UN Disability Inclusion Network VIC die Schirmherrschaft übernommen.
Mag.ª Barbara Gullner und Nicole Reisner vom BMB (Bundesministerium für Bildung) zeigten die Bemühungen des Ministeriums auf, Entwicklungen anzustoßen. Sie machten aber auch deutlich, dass die Prinzipien des Föderalismus den Möglichkeiten des Ministeriums Grenzen setzen. Sie wiesen auch darauf hin, welche Möglichkeiten für Chancenausgleich schon jetzt den Pädagog*innen zur Verfügung stünden. Die langjährige Zusammenarbeit mit der Wissenschaftlichen Gesellschaft Autismus-Spektrum (WGAS) schaffte die Voraussetzung, bedeutende Referent*innen aus der Forschung zu hören und aktuelle Ansätze zu erfahren. Prof. Dr. Christine Ecker beeindruckte mit Ergebnissen zu den individuellen Unterschieden im Gehirn von Menschen im Autismus-Spektrum. Die Gründe für das Anders-Sein und das Anders-Wahrnehmen wurden sichtbar gemacht. Prof. Dr. Luise Poustka gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten Stimmen auf dem Gebiet Autismus im deutschsprachigen Raum. Seit langem weist sie auf die Bedeutung der Früherkennung und Frühförderung hin. In Langzeitstudien sollen Entwicklungen sichtbar gemacht werden. An der Universität Heidelberg beschreitet man neue Wege auf diesem Gebiet. Schon im Säuglingsalter werden in einem speziell ausgestatteten Bus Screenings ermöglicht, wobei den Eltern und Kindern die Fahrt zur Einrichtung erspart wird, die Untersuchenden kommen zu ihnen.
Erstmals gab es beim Autismusforum eine Bühne für direkt Betroffene. Prof. Germain Weber führte mit viel Gefühl die Menschen durch die Gesprächsrunde. Eltern und Klient*innen von Rainman’s Home konnten sich in einem sicheren und wertschätzenden Rahmen äußern und öffnen. Werner Holmes schaffte es auf unterhaltsame Art zu zeigen, worauf es ankommt, damit Arbeit und Förderung „klappen“ können. Oft stehen scheinbare Kleinigkeiten den Menschen im Weg.
Tief beeindruckend war das Filmprojekt von Axel Joerss, die Vater-Sohn Geschichte von Anton und René Diestelberger. Ludo Vande Kerckhove übermittelte die einfühlsame Einleitung als Videobotschaft.
Bewegende Momente bleiben: Lachen und Weinen wechselten sich ab. Am Ende steht die Botschaft: Das Leben mit einem autistischen Kind ist lebenswert, aber eine besondere Aufgabe – ein Leben lang.
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