Merkmale
Die Merkmale sind charakteristisch, manifestieren sich bereits vor dem 30. Lebensmonat – auch wenn sie oft erst wesentlich später erkannt werden – und umfassen folgende Auffälligkeiten, wobei drei signifikante Gebiete besonders zu beachten sind:
- Das Verhalten in der Gesellschaft und im Umgang mit anderen Menschen, besonders die Weise der Kontaktaufnahme, ist zu beobachten.
- Die Entwicklung der Sprache
- Die Neigung zu Ritualen, Stereotypien und verschiedenen Auffälligkeiten in der Motorik (Fächeln der Hände, Zehenspitzengang, lang andauerndes Schaukeln des Körpers …)
- Kein Blickkontakt (Wegschauen oder leerer Blick)
- Kontaktschwierigkeiten zu Mitmenschen, auch zu Eltern, in seltenen Fällen Ablehnung von Zärtlichkeiten und Zuwendungen
- Mangelhaft ausgebildete optische und akustische Sinnestätigkeit, Unansprechbarkeit bis hin zum Verdacht auf Gehörlosigkeit, auffälliges Schmerzempfinden (Un- oder Überempfindlichkeit); Kinder scheinen oft in „ihrer“ Welt zu versinken
- Deutliche Sprachauffälligkeiten:
- Echolalie: Das zuletzt Gehörte wird ohne eigentliche Reaktionen nachgesagt
- Schwierigkeiten bei der „ICH“-Findung: Das Kind spricht häufig von sich nicht als ICH. Es sagt „DU gehst jetzt ins Bad“ statt „ICH gehe jetzt ins Bad“.
- Oftmaliges Erzählen der gleichen Inhalte, häufig ohne direkten Bezug zur eben erlebten Situation
- Fehlende Nachahmungsfähigkeit: Das Kind bemüht sich nicht, Dinge zu tun, die Eltern tun. Das Verhalten oder die Tätigkeiten anderer Menschen werden nicht nachgeahmt. Es fehlt auch das Rollenspiel: Das Kind schlüpft nicht in andere Rollen; es spielt nicht Räuber, König, Cowboy usw.
- Stereotype Spielgewohnheiten, stundenlanges rhythmisches Klopfen, Baumeln, Drehen von Gegenständen
- Großer Widerstand gegen Veränderungen. Das gilt für den Wechsel der Kleidung genauso wie für Abwechslung im Menüplan.
- Auffällige Überaktivität, ständiges Hin- und Herlaufen, Fächeln der Hände
- Stimmungslabilität, Lachausbrüche oder Schreianfälle
- Kein Erkennen von realen Gefahren (Auto, tiefes Wasser)
- Benützen der Hände oder des Körpers seiner Eltern wie einen Gegenstand, um oft egozentrische Wünsche durchzusetzen
- Aber auch herausragende Fähigkeiten auf bestimmten Gebieten
Zu beachten ist, dass keineswegs alle diese Merkmale bei jedem Autisten auftreten.
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