Das Problem der Diagnose
Bis vor kurzem wurde in der Fachliteratur die Meinung vertreten, dass für etwa vier bis fünf Kindern von 10.000 die Diagnose Autismus zu stellen wäre. In jüngster Zeit wurde diese Angabe auf mindestens 20 pro 10.000 angehoben, zur Zeit wird sogar davon ausgegangen, dass ein halbes Prozent der Bevölkerung, also 50 von 10.000, zu den Betroffenen zu rechnen wäre. Das ergäbe das Zehnfache der ursprünglich angenommenen Zahl, konkret eine Erhöhung von geschätzten 4.000 auf 40.000 Autisten in Österreich.
Die Zahl der autistischen Kinder steigt, wofür unterschiedliche Erklärungen denkbar sind. Bei sehr vielen der betroffenen Kindern liegt keine Diagnose vor. Zur Diagnoseerstellung wird auf internationale Checklisten zurückgegriffen.
Autismus darf nur dann diagnostiziert werden, wenn ein Bündel von Symptomen gegeben ist. Laut Angaben der Checklisten sollte die Diagnose Autismus vor dem 30. Lebensmonat gestellt werden. Dennoch können auch ältere Autisten diagnostiziert werden, allerdings ist dieser Umstand dann speziell zu berücksichtigen.
Therese ZÖTTL und Anton DIESTELBERGER haben einen kurzen Fragebogen entwickelt, der sich an einer Checkliste orientiert und durch seine Konkretheit das Augenmerk deutlich auf bestimmte Kriterien lenkt. Er kann Eltern und Lehrern helfen. Eine endgültige Diagnoseerstellung muss jedoch von Psychologen oder Ärzten vorgenommen werden.
Der Fragebogen kann schriftlich oder angefordert werden. |
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